Kulturelle Rechte für das Volk der Ixil

Projektpartner: Prodessa

Die Ixil sind eine der 22 sprachlich und kulturell unterschiedlichen Gemeinschaften der Maya. Sie leben im Departement Quiché im Nordwesten des Landes, das noch immer stark unter dem vergangenen Bürgerkrieg leidet. Das Überleben der Sprache und Kultur des Volkes der Ixil ist gesetzlich festgehalten. Doch in der Praxis sieht es anders aus. Wir unterstützen das Volk der Ixil, indem wir ihre Sprache im Lehrplan aufnehmen.

Die Geschichte Guatemalas verzeichnet einen 36 Jahre langen Bürgerkrieg. Dem Konflikt fielen 150 000 bis 250 000 Menschen zum Opfer. Mehrheitlich waren es Angehörige der indigenen Bevölkerung, zumeist Angehörige der Gemeinschaft der Maya. Der Krieg wurde offiziell mit der Unterzeichnung der Friedensverträge beendet. Dazu gehört auch das Abkommen über die Identität und die Rechte der indigenen Völker. Gemäss dem Friedensabkommen, dem nationalen Bildungsgesetz und dem nationalen Sprachengesetz wird das kulturelle Recht des Volkes der Ixil verletzt, wenn es keine entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen für das Überleben seiner Sprache und Kultur hat. Doch der Mangel an Lehrpersonal ist gross. Wir wollen das ändern.
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Lücken schliessen

Immer weniger Studierende ziehen eine Ausbildung als Lehrkraft in Betracht. 2010 absolvierten pro Jahr rund 60 000 Studierende die Ausbildung. 2018 lag die Anzahl nur noch bei knapp 12 000 Studierenden. Die Lehrpläne der Universitäten für die Ausbildung für Primarschul- und Sekundarschullehrpersonen sind nicht aufeinander abgestimmt, umfassen keinen muttersprachlichen Unterricht und lassen nur wenig Platz für pädagogische Unterrichtsmethoden. Die vorhandenen didaktischen Materialien sind nicht sehr umfassend und weder sprachlich noch kulturell relevant. Es werden weder Praktika noch Supervisionen durchgeführt und die zweisprachige Ausbildung wird nur für bestimme Fächer angeboten. Mit diesem Projekt gestalten wir die Ausbildung für angehende Lehrpersonen neu, um den Beruf attraktiver zu machen. Ebenso wird die Qualität des Unterrichts gesteigert.

Landesweite Ausbreitung

Das derzeitige Niveau der ausgebildeten Lehrpersonen reicht nicht aus, um den Kindern gute schulische Fähigkeiten zu vermitteln. Mit Hilfe einer Modellschule für die zweisprachige Ausbildung von angehenden Lehrpersonen steigern wir nicht nur die Unterrichtsqualität, sondern erarbeiten einen Ausbildungsstandard, der landesweit angewendet werden soll. Dazu werden einerseits neue Lehrpläne erarbeitet, andererseits werden Lehrmaterialien für die Umsetzung der neuen Pläne entwickelt.

  • Herausforderung

    Unzureichendes Fachwissen angehender Lehrpersonen nach Abschluss ihres Studiums

  • Massnahme

    Ausarbeitung eines neuen Lehrplans für die angehenden Lehrpersonen und entsprechende Weiterbildung der ProfessorInnen

  • Ziel

    Studierende die den zweisprachigen Studiengang absolvieren, verfügen über die für ihre Lehrtätigkeit erforderlichen Kompetenzen und Fertigkeiten.

Angehende Lehrpersonen

120

Projektdauer von 2019 bis 2022

Kategorien

Lehrerausbildung, Qualität, Schulbildung, Zentralamerika

Projektaktivitäten

Workshops mit ProfessorInnen und Studierenden der bilingualen pädagogischen Hochschule zur Validierung der neuen Lehrpläne.

Gemeinsame Treffen mit dem Bildungsministerium und der Universität von San Carlos um das neue Lehrplan-Modell auf nationaler Ebene zu multiplizieren.

Weiterbildungen der ProfessorInnen zur Unterrichtung der neuen Lehrpläne.

Bereitstellung von bilingualem, pädagogischem und audiovisuellem Lehrmaterial für ProfessorInnen

Unser Projektpartner

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«Bildung ist der erste Schritt, um die Armut in Guatemala zu reduzieren.»
Marie Dermont

Länderverantwortliche Guatemala

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